In den letzten Jahren hat sich ein neues Phänomen in unserer Gesellschaft entwickelt – Klimaangst. Angesichts der ernstzunehmenden Nachrichten über den fortschreitenden Klimawandel und seine Auswirkungen auf unseren Planeten, leiden immer mehr Menschen unter einer wachsenden Sorge und Angst. Was ist Klimaangst? Welche Auswirkungen kann sie haben? Und was ist ein nützlicher Umgang mit ihr? Diesen Fragen widmet sich dieser Artikel. 

Er soll auch verdeutlichen, dass es wichtig ist, sich bei Bedarf professionelle Hilfe zu suchen, damit sich unproduktive beeinträchtigende Ängste zurück verwandeln können, in die wichtige angemessene produktive Angst. 

Was ist Klimaangst?

Klimaangst, auch bekannt als Öko-Angst oder Öko-Anxiety, beschreibt das Gefühl der Sorge, Unsicherheit und Angst vor den Auswirkungen des Klimawandels. Diese Angst kann verschiedene Formen annehmen – von konkreten Ängsten vor Naturkatastrophen, Artensterben oder sozialen Konflikten bis hin zu ständiger Besorgnis über die Zukunft des Planeten.

Ist Klimaangst angemessen? 

Angesichts der alarmierenden Klimastudien ist diese Angst an sich angemessen und dient wie andere Ängste auch zunächst unserem Schutz. Angemessene Ängste lassen uns aufmerksam, konzentriert und problemlösend wahrnehmen und denken. All das benötigen wir, um dem Klimawandel konstruktiv zu begegnen. 

In übersteigerter Form kann Klimaangst allerdings zu anhaltendem psychischen Stress führen und das alltägliche Leben massiv beeinträchtigen.

Negative Auswirkungen von übersteigerter Klimaangst

Übersteigerte Klimaangst kann sich auf verschiedene Weisen negativ auf unser Wohlbefinden auswirken. Es kann zu Schlafstörungen, Konzentrationsproblemen, Appetitlosigkeit, Stimmungsschwankungen, Panikattacken und Depressionen führen. Die permanente Belastung durch Klimasorgen kann auch das anhaltende Gefühl der Hilflosigkeit auslösen, das Vertrauen in die Zukunft beeinträchtigen und zu lähmender Ohnmacht oder Verleugnung führen.

Umgang mit Klimaangst

Wie können wir nun einen Umgang finden, der uns die nützlichen Seiten unserer Angst lässt und uns gleichzeitig nicht lähmt, wegschauen oder psychisch krank werden lässt.  

  1. Aktiv werden: Anstatt sich von der Angst lähmen zu lassen, hilft es, aktiv zu werden und sich für den Klimaschutz einzusetzen. Hier hilft jede kleine Handlung. Ob zuhause oder durch die Teilnahme an lokalen Umweltinitiativen, das Engagement für erneuerbare Energien oder das Teilen von Informationen in den sozialen Medien können dazu beitragen, das Gefühl der Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen.
  2. Dosiert informiert sein: Es ist wichtig, sich über den Klimawandel zu informieren, um ein besseres Verständnis für die Situation zu bekommen und auch so die eigene Handlungsfähigkeit zu fördern. Allerdings sollte man darauf achten, das Ausmaß der Informationen zu begrenzen, um sich nicht in einer negativen Spirale aus Ängsten und Sorgen zu verlieren und überwältigt zu werden. 
  3. Austausch mit anderen: Suche nach Unterstützung in deinem sozialen Umfeld. Spreche über deine Ängste und Sorgen mit Freunden, Familie oder Gleichgesinnten. Der Austausch kann helfen, das Gefühl der Isolation zu überwinden. Anderen geht es auch so. Gemeinsam finden sich Lösungsansätze leichter und in vielfältigerer Form. Auch ins Handeln kommen viele in Gemeinschaft leichter als allein.
  4. Selbstfürsorge: Es ist wichtig, auf sich selbst zu achten und gut für das eigene Wohlbefinden zu sorgen um widerstandsfähig gegenüber dem Klimawandel und seinen Auswirkungen zu bleiben. Regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf, Entspannungstechniken wie Meditation oder Yoga und Momente der Leichtigkeit z.B. beim Hobby oder einem achtsamen Spaziergang helfen, Stress abzubauen und die eigene Resilienz zu stärken.

Die Bedeutung professioneller Hilfe

Wenn die Ängste im Zusammenhang mit dem Klimawandel so stark werden, dass sie das tägliche Leben und das psychische Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen und gar mit einem Gefühl des Kontrollverlusts einhergehen, ist es sinnvoll, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Psychotherapeut*innen sind darauf spezialisiert, Menschen dabei zu unterstützen, Ängste zu bewältigen und gesunde Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Sie bieten einen sicheren Raum, um über Ängste zu sprechen und gemeinsam Lösungsansätze zu erarbeiten.

Schlussgedanken

Klimaangst ist eine reale und zutiefst menschliche Reaktion auf die Herausforderungen des Klimawandels. Es ist wichtig zu verstehen, dass man mit diesen Ängsten nicht allein ist, sie angemessen und wichtig sind. Es gibt Bewältigungsstrategien, um sie auf einem produktiven Level zu halten. Indem wir uns informieren, aktiv werden, uns mit anderen austauschen und auf unsere eigene Selbstfürsorge achten, können wir einen positiven Einfluss auf unser Wohlbefinden nehmen und der Klimakrise aktiv begegnen. Und wenn die Ängste temporär oder anhaltend übermächtig werden, sollten wir den Mut haben, professionelle Unterstützung zu suchen. Gemeinsam können wir den Weg zu einem besseren Umgang mit Klimaangst finden und dabei helfen, unsere Zukunft aktiv zu gestalten.